Eine Polterhochzeit verbindet die Trauung mit einem lockeren Polterabend. Oft findet die Trauung zuerst im kleinen Kreis statt; anschließend kommen weitere Gäste zur Feier dazu. Beim Poltern zerschlagen die Gäste traditionell Porzellan- oder Keramikgeschirr und kehren die Scherben oft gemeinsam zusammen.
Paare legen zuerst Gästekreis, Ablauf und Budget fest. Die Location muss zur Gästezahl passen und das Poltern ausdrücklich erlauben. Der Brauch ist freiwillig; einen festen Ablauf gibt es nicht.
Trauung und Polterabend verbinden
Paare können Trauung und Feier an einem Tag zusammenlegen und damit einen eigenen Polterabend vermeiden. Oft bleibt die Trauung dem engeren Kreis vorbehalten, während später auch Freunde, Nachbarn oder Bekannte dazukommen. Wer zu welchem Teil eingeladen ist, sollte in der Einladung klar stehen.
Die Feier ist meist weniger förmlich als eine klassische Hochzeitsfeier. Ein Buffet, ein Grill oder mitgebrachtes Essen passen ebenso wie Musik und Tanz. Auch die Reihenfolge ist frei: Manche Paare poltern zu Beginn des Abends, andere erst nach dem Empfang. Wer den Scherbenbrauch weglässt, kann die Feier trotzdem als Polterhochzeit gestalten.
Ablauf einer Polterhochzeit
Dieser Ablauf lässt genug Zeit für die Trauung, den Ortswechsel und die später eintreffenden Gäste:
- Trauung im kleinen Kreis: Das Paar feiert die standesamtliche oder, wenn gewünscht, kirchliche Zeremonie mit den eingeladenen Gästen.
- Pause und Übergang: Plant Zeit für Fotos, die Fahrt zur Feierlocation und einen kurzen Umbau ein. So beginnt der Abend nicht direkt nach der Trauung.
- Empfang der weiteren Gäste: Getränke und kleine Häppchen erleichtern das Ankommen.
- Begrüßung und Poltern: Eine kurze Ansage erklärt, wo und wann gepoltert wird. Anschließend fegen die Gäste gemeinsam die Scherben zusammen.
- Essen und Feiern: Nach dem Poltern folgen Buffet, Grill oder Catering, danach Musik und Tanz.
Porzellan, Keramik oder Steingut gehören zu den üblichen Materialien für den Brauch. Glas und Spiegel sind dafür ungeeignet und sollten ausgeschlossen werden. Legt vorher fest, wo die Gäste Geschirr zerschlagen dürfen, wer Besen und Kehrblech bereitstellt und wie die Scherben entsorgt werden. Die Location muss den geplanten Bereich ausdrücklich freigeben.
Eine Location für die Polterhochzeit finden
Die Location sollte zuerst zur geplanten Feier passen. Wenn das Poltern dazugehört, braucht es zusätzlich eine geeignete Fläche und eine klare Vereinbarung zur Reinigung.
| Location | Passt besonders, wenn … | Vor der Buchung klären |
|---|---|---|
| Garten oder Hof | die Feier klein und ungezwungen bleiben soll | befestigte Polterfläche, Toiletten, Strom, Nachbarschaft, Aufräumen und eine Lösung bei Regen |
| Vereins- oder Clubhaus | mehr Gäste kommen und ein geschützter Raum gebraucht wird | Poltererlaubnis, Außenfläche, Endreinigung, Müll- und Scherbenentsorgung sowie Veranstaltungsende |
| Scheune oder Eventlocation | Trauung und Feier möglichst an einem Ort stattfinden sollen | Zusatzkosten, Cateringregeln, Auf- und Abbauzeiten, Musikregeln und Schlechtwetterbereich |
| Restaurant oder Bar | wenig Eigenorganisation wichtiger ist als der traditionelle Polterbrauch | ob Poltern überhaupt erlaubt ist; in Gaststätten ist Geschirrwerfen häufig nicht gestattet |
| Wiese oder Picknickplatz | eine kleine Feier ohne Scherbenwerfen geplant ist | Toiletten, Strom, Wetter, Müllentsorgung und ob der Ort für die Veranstaltung genutzt werden darf |
Lasst euch vor der Zusage schriftlich bestätigen, ob Geschirrwerfen erlaubt ist und welche Gegenstände die Location akzeptiert. Klärt außerdem, wer die Scherben aufkehrt und wohin sie kommen. Bei einer Gartenfeier braucht ihr außerdem Sitzplätze, Möglichkeiten zum Kühlen, Wasser und eine trockene Ausweichfläche. Legt für Feiern im Freien fest, wo die Gäste bei Regen unterkommen.
Prüft auch, wie die Gäste an- und abreisen. Prüft, ob Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel oder Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste reichen. Bei Musik im Freien oder einer Feier auf öffentlicher Fläche erkundigt euch bei der Location und gegebenenfalls bei der zuständigen Kommune nach den örtlichen Regeln. Informiert die Nachbarn trotzdem: Das ersetzt keine nötige Genehmigung.
Kosten einer Polterhochzeit
Die Preisangaben sind Richtwerte und beziehen sich auf unterschiedliche Leistungen. Ein Ratgeber nennt für eine private Feier im kleinen Kreis etwa 10 bis 25 Euro pro Gast. Ein Anbieter schätzt eine einfache Gartenfeier auf 5 bis 15 Euro pro Gast, ein Buffet mit gemieteter Location auf 30 bis 60 Euro und eine Feier mit zusätzlichem Programm wie DJ oder Fotobox auf 40 bis 80 Euro pro Gast. Als separate Raummiete nennt derselbe Anbieter 200 bis 800 Euro.
Die Spannen lassen sich nicht direkt vergleichen: Mal sind Essen und Getränke enthalten, mal kommen Raummiete oder Ausstattung hinzu. Für 40 Gäste kostet eine einfache private Feier bei 10 bis 25 Euro pro Person beispielsweise 400 bis 1.000 Euro. Prüft genau, ob die Raummiete schon eingerechnet ist, damit ihr sie nicht doppelt veranschlagt.
Diese Beträge beziehen sich auf eine Feier wie einen Polterabend. Die Trauung und andere Teile der Hochzeit sind in diesen Beträgen nicht enthalten. Fragt die einzelnen Posten deshalb separat an: Raum, Essen, Getränke, Personal, Musik, Technik, Reinigung und Entsorgung. Bei einer privaten Feier fallen manche dieser Kosten geringer aus, dafür übernehmen Angehörige oder Freunde oft Aufgaben wie Aufbau und Abbau.
Vorteile und zusätzlicher Aufwand
Eine gemeinsame Feier kann den Aufwand und die Kosten eines separaten Polterabends einsparen. So könnt ihr mehr Menschen einladen als zur Trauung oder zum engeren Hochzeitsteil. Das passt besonders zu Paaren, die eine lockere Feier mit einem größeren Gästekreis möchten.
Bei mehr Gästen müssen Toiletten, Sitzplätze, Essen, Getränke und Parkplätze für alle reichen. Plant auch genug Zeit zwischen Trauung und Feier ein. Legt fest, wer organisatorische Fragen beantwortet, damit ihr den Ablauf nicht ständig selbst koordinieren müsst.
Gäste, Budget und Ablauf festlegen
Entscheidet zuerst, ob Trauung und Feier am selben Tag stattfinden, wer zu welchem Teil eingeladen ist und ob das Poltern dazugehört. Diese Festlegungen bestimmen die Location, die erwartete Gästezahl und einen großen Teil des Budgets. Eine Rückmeldefrist auf der Einladung hilft, Essen und Getränke passend zu planen.
Legt auch fest, wer Essen und Getränke organisiert. Bei einem Mitbring-Buffet sollte klar sein, wer Speisen und Getränke koordiniert und welche Optionen für Gäste mit besonderen Ernährungsbedürfnissen bereitstehen. Bei Catering fragt nach, was im Preis enthalten ist und wann geliefert und abgebaut wird.
Legt für den Polterbrauch fest, welche Gegenstände erlaubt sind, wo die Gäste poltern dürfen, wer Besen und Kehrblech bereitstellt und wie die Scherben entsorgt werden. Sprecht außerdem ab, wer nach der Feier aufräumt und wer für Musik, Begrüßung und den Ablauf zuständig ist. Legt vor dem Verschicken der Einladungen fest, wo die Gäste bei Regen feiern können.
Wann die Planung beginnen sollte
Für eine kleinere Feier nennen Ratgeber ungefähr sechs bis acht Wochen Vorlauf. Wie viel Vorlauf ihr braucht, hängt von der Location, der Gästezahl und dem Termin ab. Bei einer beliebten Eventlocation, vielen Gästen oder einem Termin in der Hochzeitssaison solltet ihr früher anfragen, damit Location und Dienstleister verfügbar sind.
Legt zunächst Termin, Gästekreis und Budget fest. Prüft danach die Location und lasst euch schriftlich bestätigen, dass Poltern und Musik im geplanten Umfang erlaubt sind. Verschickt Einladungen mit Angaben zu Anfahrt, Ablauf, Rückmeldefrist und Polterregeln erst, wenn die Location bestätigt hat, dass Poltern und Musik erlaubt sind. Bestätigt vor dem Fest noch einmal die Absprachen zu Essen, Getränken, Aufgaben, Reinigung und einem Plan für schlechtes Wetter.
