Verdient eine Person deutlich mehr, muss die Person mit dem geringeren Einkommen bei einer hälftigen Teilung einen größeren Teil ihres Einkommens für die gemeinsamen Kosten ausgeben. Bei einer Aufteilung nach Einkommen entspricht der Anteil jeder Person an den vereinbarten Kosten ihrem Anteil am gemeinsamen Nettoeinkommen. So zahlt jede Person denselben Prozentsatz ihres Einkommens.
Diese Aufteilung lässt der Person mit geringerem Einkommen mehr Geld für andere Ausgaben, wenn eine hälftige Teilung ihr Budget stark belastet. Bei ähnlichen Einkommen oder dem Wunsch nach gleich hohen Beiträgen passt eine hälftige Teilung besser. Fair ist die Lösung, die beide nachvollziehen und langfristig tragen können.
Wann die Aufteilung nach Einkommen passt
Bei 50:50 zahlen beide denselben Eurobetrag. Wer weniger verdient, gibt dafür aber einen größeren Teil des eigenen Einkommens aus. Eine proportionale Aufteilung berücksichtigt diesen Unterschied: Jede Person übernimmt den Anteil der gemeinsamen Kosten, der ihrem Anteil am gemeinsamen Nettoeinkommen entspricht.
Das ist hilfreich, wenn die Einkommen deutlich auseinanderliegen und beide einen gemeinsamen Lebensstandard finanzieren möchten. Eine teurere Wohnung lässt sich so beispielsweise gemeinsam tragen, ohne dass die geringer verdienende Person denselben Betrag wie die andere aufbringen muss. Bei 50:50 sollte die gemeinsame Wohnung dagegen für beide mit ihrem jeweiligen Einkommen bezahlbar sein.
50:50 kann gut funktionieren, wenn die Einkommen ähnlich hoch sind oder beide bewusst gleich viel beitragen wollen. Es gibt keine feste Einkommensgrenze, ab der Paare wechseln sollten. Entscheidend ist, ob die Beiträge für beide tragbar sind und sich fair anfühlen.
Kostenanteil nach Einkommen berechnen
Als Grundlage dienen die monatlichen Nettoeinkommen, also die Beträge, die nach Steuern und Abzügen tatsächlich ausgezahlt werden. Addiert zunächst beide Einkommen. Teilt dann das Einkommen jeder Person durch diese Summe. Das Ergebnis ist der jeweilige Kostenanteil.
Formel:
Anteil einer Person = eigenes Nettoeinkommen ÷ gemeinsames Nettoeinkommen
Beitrag der Person = eigener Anteil × gemeinsame Monatskosten
Bei einer proportionalen Aufteilung trägt jede Person denselben Anteil ihres Nettoeinkommens zu den gemeinsamen Kosten bei.
Gemeinsame Kosten klar festlegen
Bevor ihr rechnet, vereinbart, welche Ausgaben ihr gemeinsam tragt. Dazu gehören oft Miete, Strom, Lebensmittel und Versicherungen. Kinderkosten oder gemeinsame Urlaube könnt ihr ebenfalls einbeziehen, wenn ihr sie zusammen finanzieren wollt. Private Ausgaben bleiben außerhalb der Rechnung.
Prüft Kontoauszüge und wiederkehrende Rechnungen, um die monatlichen Kosten realistisch einzuschätzen. Berücksichtigt auch gemeinsame Sparziele und größere Ausgaben, wenn ihr sie als gemeinsame Kosten vereinbart habt. So beruhen die monatlichen Beiträge nicht auf einer zu niedrigen Schätzung.
Beiträge im Alltag organisieren
Ein Gemeinschaftskonto macht gemeinsame Ausgaben übersichtlich. Bei einem Modell mit drei Konten behält jede Person ihr eigenes Konto und überweist den vereinbarten Anteil regelmäßig auf das gemeinsame Konto. Von dort bezahlt ihr Miete und andere gemeinsame Rechnungen. So bleibt das übrige Geld auf den eigenen Konten, während die gemeinsamen Rechnungen über das Gemeinschaftskonto laufen.
Legt außerdem fest, wann ihr die Beiträge prüft. Ändern sich Einkommen oder gemeinsame Ausgaben deutlich, rechnet die Anteile neu aus. Bei schwankendem Einkommen solltet ihr gemeinsam festlegen, welches Einkommen ihr für die Rechnung heranzieht, und die Beiträge bei Bedarf anpassen.
Was die Formel nicht berücksichtigt
Die Einkommensformel berücksichtigt nur die Nettoeinkommen und die vereinbarten Kosten. Schulden und persönliche Sparziele fließen nicht automatisch ein. Unbezahlte Arbeit berücksichtigt die Formel ebenfalls nicht automatisch. Wenn eine Person etwa deutlich mehr Kinderbetreuung oder andere Sorgearbeit übernimmt, kann eine reine Kostenquote diese Belastung übersehen. Sprecht solche Beiträge ausdrücklich an, statt anzunehmen, dass die Formel alle Unterschiede ausgleicht.
Auch die Mitsprache gehört zur Fairness. Wer mehr einzahlt, sollte daraus nicht automatisch mehr Kontrolle über gemeinsame Entscheidungen ableiten. Einigt euch darauf, wie ihr gemeinsame Ausgaben plant und bei welchen Anschaffungen beide zustimmen müssen. So verbindet ihr eine nachvollziehbare Kostenregel mit gemeinsamen Entscheidungen.
